Adriano Celentanos kleiner Zeh

Er hat ein Denkmal verdient. Adriano Celentano ist der einzige italienische Prominente, der sich öffentlich über die Zerstörung Venedigs empört – und zum Kampf gegen die Kreuzfahrtschiffe aufgerufen hat. In seinem Blog schreibt Celentano darüber, dass sich die italienischen Tageszeitungen ausführlich seinem gebrochenen Zeh widmen, aber mit keiner Silbe erwähnen, dass er seit zehn Tagen… Adriano Celentanos kleiner Zeh weiterlesen

Ciao Venezia, ciao Venezia, ciao Venezia, ciao ciao ciao.

  Am Samstag schließt der letzte Gemüseladen hier in San Marco. Ich habe jetzt schon mal versucht, Alternativen für Obst und Gemüse zu finden: Chinesische Taschen stellten sich als Nachtisch als etwas zu zäh heraus, Schellenhüte und Wackelgondeln sind ebenfalls unverdaulich, Ketten aus falschem Muranoglas lassen sich schlecht kauen (echtes Muranoglas soll leichter und bekömmlicher… Ciao Venezia, ciao Venezia, ciao Venezia, ciao ciao ciao. weiterlesen

Nach Corleone.

„Als ich zwanzig Jahre alt war, setzte ich mich in einen alten Renault vier und fuhr von Kamen nach Corleone. Nur weil ich den Paten gelesen hatte. Auf meinem Bett liegend, unter einer mit Stiefmütterchenmotiven tapezierten Dachschräge. Dort habe ich den Putsch in Chile vorbereitet, unter besonderer Berücksichtigung von Allendes Agrarreform und der Verstaatlichung der… Nach Corleone. weiterlesen

Die Deutsche all’italiana II.

Am Ende ging es doch ganz flott. Heute ist Josefa Idem zurückgetreten – worden. Wegen, wie es vornehm heißt: „Steuerunregelmäßigkeiten„. Wenngleich sich doch eher eine gewisse Regelmäßigkeit dahinter verbirgt, wenn über Jahre keine Steuern bezahlt werden. Schön ist auch, wie getreulich  das Wort „Schmutzkampagne“ aus der italienischen Regierungspresse übernommen wurde. Aber gut. Wir wollen jetzt nicht… Die Deutsche all’italiana II. weiterlesen

Die Deutsche all’italiana.

Als die Kanutin Josefa Idem  als Ministerin für  Sport, Jugend und Gleichstellung in die italienische Regierung berufen wurde, war kein Halten mehr. Jubelarien allüberall. „Die blonde Deutsche in Italiens Regierung“ würde das Land herausreißen, wusste die FAZ, der Spiegel bescheinigte ihr deutsche Gründlichkeit und italienische Phantasie, und der Tagesspiegel beschied kühn: „Sie hat ihre Meriten schon verdient“, obwohl sie… Die Deutsche all’italiana. weiterlesen

Es lebe die Biennale

Ich lebe in einer Stadt, die an der Liebe von dreißig Millionen Menschen pro Jahr leidet. Kein Grund zur Klage, werden Sie sagen, zu Recht, denn es gibt schlimmere Schicksale, Leukämie zum Beispiel oder Abhängigkeit von Lösungsmitteln oder ein Leben in der polaren Klimazone, wo nur bestimmte Flechtenarten eine Überlebenschance haben. Tatsächlich wollte ich auch… Es lebe die Biennale weiterlesen

Nudeln, Nudeln, Nudeln

Jetzt noch mal kurz zu Oettingers Bemerkung über die „Unregierbarkeit“ von Ländern wie Italien, Bulgarien, Rumänien. Natürlich sind ihm sofort sämtliche deutschen Stammtische samt des SPD-Buddys Gabriel beigesprungen, denn rechts und links wittern alle Morgenluft und wollen angesichts der am Horizont dräuenden Alternative für Deutschland schnell auch noch schnell das Anti-Europa-Kleidchen überwerfen, und außerdem weiß jeder,… Nudeln, Nudeln, Nudeln weiterlesen

Das deutsche Wesen

Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Nach Schäuble und Steinbrück hat jetzt  Oettinger die Gelegenheit genutzt, zuzuschlagen: „Mir machen Länder Sorgen, die im Grunde genommen kaum regierbar sind: Bulgarien, Rumänien, Italien.“ Morgen dazu mehr.

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Antimafia-Heilige

Gestern wurde Padre Puglisi in Palermo seliggesprochen, der von der Mafia ermordete Priester. Bei der Gelegenheit erinnerte ich mich daran, was mir der Antimafia-Priester Nino Fasullo im Jahr 2001 sagte: Er habe keine Zweifel, dass Padre Puglisi es verdiene, im Hinblick auf die Mafia  in Sizilien als qualifizierter Zeuge des Evangelium betrachtet zu werden. Aber was die… Antimafia-Heilige weiterlesen

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Eine Frage des Timings

Gestern morgen bin ich auf dem Weg zum Flughafen von Palermo an der Stelle vorbeigefahren, an der  Giovanni Falcone , seine Frau und drei seiner Leibwächter in die Luft gesprengt wurden, heute genau vor 21 Jahren. An der Stelle des Attentats erinnert eine Stele an die Namen der Toten – als seien sie Helden eines… Eine Frage des Timings weiterlesen