Es war einmal mein Lieblingsradio

Ich weiß noch, wie froh ich war, als ich Mitte der 1990er Jahre Radio Capital entdeckte, den Radiosender der Espresso-Repubblica-Pressegruppe. Damals hatte man in Italien nur die Wahl zwischen Dudelradios oder Hochkultursendern mit Orgelmusik und Wortbeiträgen von zwei Stunden Länge. Endlich ein guter Sender, dachte ich, weil mich Radio Capital an die Mischung meiner deutschen Lieblingsradiosender erinnerte: (nicht… Es war einmal mein Lieblingsradio weiterlesen

Chiropraktiker für Italien

So sieht es hier aus. Seit gefühlten Jahrhunderten. So grau, dass ich nicht mehr weiß, wo das Meer aufhört, und wo der Himmel anfängt. Ich frage mich: Was, wenn das der Anfang einer dreihundert Millionen Jahre dauernden Regenzeit ist? Was, wenn es ein Fingerzeig von oben ist? Auf diese, ähem, neue Regierung? (das Wort „neu“… Chiropraktiker für Italien weiterlesen

Der Schrott. Im Allgemeinen und Besonderen.

  Das Netz ist unerbittlich. Kaum war er damit beauftragt, die nächste italienische Regierung zu bilden, kursierte auf Facebook das Foto eines trotzigen Matteo Renzi, der fragt: „Ja, was habt Ihr denn gedacht? Dass Ihr für zwei Euro Che Guevara kriegt?“. Mit den zwei Euro ist der Obolus gemeint, den die treuen (und vielleicht auch etwas masochistisch… Der Schrott. Im Allgemeinen und Besonderen. weiterlesen

Mafiamusik und Wirklichkeit

Und manchmal wirft sich die Wirklichkeit in den Weg. So geschehen dem kalabrischen Mafiamusikproduzenten und Mitarbeiter des SPIEGEL, Francesco Sbano, Blog-Lesern nicht unbekannt, dem die Staatsanwaltschaft Reggio Calabria nun die Meldung über den Abschluss ihrer Ermittlungen mit den Hinweisen auf seine Verteidigungsrechte zugestellt hat. Sbano werden drei – in Tateinheit  begangene – Straftatbestände zur Last gelegt: Bedrohung, Beleidigung und… Mafiamusik und Wirklichkeit weiterlesen

Mal Italiener, mal Eskimos

„Es mag ja Koryphäen geben, die nach einem vierwöchigen Sprachkurs Italien verstehen. Ich gehöre nicht dazu. Ich habe erst nach  fünf Jahren angefangen, Italiens Wirklichkeit zu begreifen. Dass auch ich erst wenig von Italien verstand, fiel aber meistens nicht weiter auf, weil die Redaktionen an die unzähligen Gemeinplätze gewöhnt sind, die seit Jahrzehnten weggedruckt werden… Mal Italiener, mal Eskimos weiterlesen

Die Frau, die von sich behauptet, in Italien zu leben

Es gibt Dinge, auf die man sich verlassen kann. Konfetti an Karneval. Schokoladeneier zu Ostern. Und der Kommentar der SZ-Korrespondentin, die unter der fixen Idee leidet, in einem Land zu leben, das sie Italien nennt,  aber nichts mit Italien zu tun hat. Es ist für die Nachrichtenredaktion der SZ nicht einfach, nehme ich an, ständig… Die Frau, die von sich behauptet, in Italien zu leben weiterlesen

Renzusconi

Das ist Renzusconi. Man nehme einen Achtzigjährigen, der seinen Wohlstand der Mafia verdankt und verquirle ihn mit einem Vierzigjährigen, der begriffen hat – wozu nicht viel gehört – dass in Italien vor allem eines interessiert: Alles ändern, damit alles so bleibt wie es ist. Renzusconi ist die Verkörperung jener großen Koalition aus rechts und links,… Renzusconi weiterlesen

Solidarität mit Nino di Matteo II.

Ja, Italien ist ein eigenartiges Land. Da ruft ein Mafiaboss aus der Hochsicherheitshaft zu einem Mord an einem Antimafia-Staatsanwalt auf – und es passiert … nichts. Von den italienischen Politikern: kein Wort der Solidarität, keine Anteilnahme, nichts. Schweigen. Nino Di Matteo führt die Anklage im Prozess um die sogenannte Trattativa, den Verhandlungen (vielleicht sollte man besser Geschäftsbeziehungen sagen, das… Solidarität mit Nino di Matteo II. weiterlesen

Endlich wieder gemein sein.

Heute schwitzend den Weihnachtsbaum zerlegt, mit einer Mini-Säge. (So ist das in Venedig. Mir wäre es ja auch lieber gewesen, wenn sich unser Baum in einen „Energielieferanten“ verwandelt hätte. Aber hier wird man nicht so verhätschelt wie in Deutschland, wo es Abholtage für Weihnachtsbäume gibt und die Leute allen Ernstes daran erinnert werden müssen, die… Endlich wieder gemein sein. weiterlesen